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Zollschock 2025: Wie die US-Handelspolitik Märkte und Exporteure erschütterte

Vom „Liberation Day“ bis zum Abkommen mit der EU: Eine ausführliche Chronik der Zollpolitik und ihrer Folgen für Börsen und deutsche Exportunternehmen.

Von der Redaktion23. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Die Vereinigten Staaten sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts der wichtigste Abnehmer deutscher Exporte. Umso schwerer wog die Wende in der US-Handelspolitik nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2025. Diese Chronik ordnet die wichtigsten Schritte anhand offizieller Dokumente ein.

Erste Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos

Bereits im Frühjahr 2025 verhängte die US-Regierung Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte; später wurden diese erhöht. Hinzu kamen Zölle auf importierte Autos und Autoteile – für die deutsche Automobilindustrie ein besonders empfindlicher Markt.

Der 2. April 2025

Am 2. April 2025 kündigte Präsident Trump unter der Bezeichnung „Liberation Day“ umfassende Zölle an: einen Basiszoll von zehn Prozent auf Importe aus nahezu allen Ländern sowie deutlich höhere, länderspezifische Sätze. An den Aktienmärkten weltweit kam es in den folgenden Tagen zu kräftigen Kursverlusten. Am 9. April 2025 setzte die US-Regierung die höheren länderspezifischen Zölle für 90 Tage aus; der Basiszoll blieb bestehen. Gegenüber China eskalierte der Konflikt zeitweise mit wechselseitigen Zöllen in dreistelliger Prozenthöhe, ehe beide Seiten im Mai 2025 eine vorläufige Senkung vereinbarten.

Das Abkommen mit der EU

Am 27. Juli 2025 verständigten sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf einen Rahmen: Für die meisten EU-Waren gilt ein US-Zollsatz von 15 Prozent. Die EU-Kommission veröffentlichte dazu Erläuterungen; Kritiker bemängelten die Asymmetrie der Vereinbarung, Befürworter verwiesen auf die damit gewonnene Planungssicherheit.

Folgen für den Welthandel

Die Welthandelsorganisation senkte in ihren Prognosen 2025 die Erwartungen für das Wachstum des globalen Warenhandels und verwies auf die Unsicherheit durch Zölle. Auch der Internationale Währungsfonds nannte die Handelspolitik als zentrales Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft.

Was Exporteure tun

Viele Unternehmen reagierten mit Vorzieheffekten – sie lieferten vor Inkrafttreten neuer Zölle verstärkt in die USA – und prüften eine Ausweitung der Produktion vor Ort. Andere suchten verstärkt Absatzmärkte in Asien und Europa. Für den Mittelstand bedeuteten die häufigen Änderungen vor allem hohen Verwaltungsaufwand.

Einordnung

Der Zollkonflikt hat gezeigt, wie schnell sich handelspolitische Rahmenbedingungen ändern können und wie stark Finanzmärkte auf politische Ankündigungen reagieren. Für exportorientierte Unternehmen bleibt die Diversifizierung von Märkten und Lieferketten die wichtigste Absicherung. Die offiziellen Dokumente sind unten verlinkt.